Wasserziergeflügel Kappensäger

Kappensäger aus unserer Anlage 

Interessantes über den Kappensäger

Ordnung: Gänsevögel
Unterordnung: Gänseverwandte
Familie: Enten und Gänse
Unterfamilie: Entenartige
Tribus: Säger und Meerenten

Der Kappensäger (Lophodytes cucullatus) ist eine Art aus der Familie der Entenvögel. Innerhalb dieser Familie wird er gelegentlich den Sägern zugerechnet. Auch Carl von Linné, der den Kappensäger 1758 das erste Mal wissenschaftlich beschrieb, ordnete ihn noch als Mergus cucullatus den Sägern zu. Ludwig Reichenbach stellte ihn 1853 in eine eigene Gattung namens Lophodytes, deren einziger Vertreter der Kappensäger ist.

Namensgebend für den Vogel ist die auffällige Federholle. Sie ist bei beiden Geschlechtern vorhanden, beim ausgewachsenen Männchen jedoch auffällig schwarzweiß gefärbt.

In Europa ist der Kappensäger ein sehr seltener Irrgast. Er wird vor allem in Großbritannien und Irland beobachtet. Für Mitteleuropa gibt es keine zweifelsfreien Beobachtungen von Wildvögeln. Bei nahezu allen Beobachtungen wird unterstellt, dass es sich um Gefangenschaftsflüchtlinge handelt. Den Namen hat der Kappensäger dank seiner eindrucksvollen Haube erhalten, die er auf dem Kopf trägt. Sie ist bei den Männchen schwarz-weiß gefärbt, und wirkt zusammen mit den Schmuckfedern an den Armschwingen sehr imposant. Die Weibchen tragen ein eher unauffälliges bräunliches Federkleid, ihre Kappe ist rötlich bis braun. Der Schnabel der Entenvögel ist grau, die Iris auffällig gelb bis rot. Kappensäger werden zwischen 40 und 50 cm lang, die Weibchen sind etwas leichter als die Männchen.

Verbreitungsgebiet

Brutgebiet: Der Kappensäger ist ein Brutvogel des Nadelwaldgürtels Nordamerikas, die auch als nördliche Borealzone bezeichnet wird. Er ist dort an von Wald umgebenen Seen, in Sumpf- und Auengebieten sowie im Ufergebiet von ruhig fließenden Flüssen zu finden. Die Siedlungsdichte innerhalb dieser Gebiete ist niedrig, was darauf zurückgeführt wird, dass er zur Brut Baumhöhlen nutzt und um diese mit anderen Arten wie etwa Brautente, Schellente, Büffelkopfente und Gänsesäger konkurriert. Im Brutgebiet ist er von April bis September zu beobachten.

Überwinterungsreviere

Der Kappensäger überwintert an den Flussmündungsgebieten und in den großen Buchten der atlantischen und pazifischen Küste Nordamerikas. Er ist dort beginnend von September bis Mitte Februar zu beobachten. Kappensäger gehören damit zu den Zugvögeln, die auf ihrem Zug nur eine verhältnismäßig kurze Distanz zurücklegen. Sie halten sich während ihres Zuges überwiegend an Flüssen auf.

Es kommt trotzdem gelegentlich vor, dass sich Kappensäger auf ihrem Zug nach Europa verirren. Da diese Art mittlerweile in Europa häufig als Ziergeflügel gehalten wird, gelten Kappensäger in Europa grundsätzlich als Gefangenschaftsflüchtlinge. Nur wenn aufgrund einer eventuell vorhandenen Beringung festgestellt werden kann, dass es sich um nordamerikanische Wildvögel handelt, werden sie als verirrte Zugvögel eingeordnet.

Bestand: Die IUCN schätzt den Gesamtbestand des Kappensägers nach Daten von 2002 auf 270.000 bis 390.000 Tiere und stuft die Art als „nicht gefährdet“ ein.

Weiblicher Kappensäger

Wie bei vielen anderen Arten aus der Familie der Entenvögel zeigt das Gefieder einen starken Geschlechtsdimorphismus. Das Weibchen ist mit seinem graubraunen Gefieder und der kurzen rötlich-braunen Federholle unauffällig gefiedert. Die Iris ist rotbraun, der Schnabel gelblichgrau. Weibchen wiegen im Schnitt etwa 550 Gramm und sind damit leichter als die Männchen, die ein durchschnittliches Gewicht von etwa 650 Gramm erreichen.

Im Brutkleid weist das Männchen am Kopf eine sehr große Federholle aus, die aus überwiegend weißen Federn besteht, die außen schwarz abgesetzt sind. Zwei Federn der inneren Armschwingen sind außerdem zu schwarzweißen Schmuckfedern verlängert. Das Brustgefieder ist deutlich schwarz-weiß abgesetzt, während die Flanken ein rotbraunes Gefieder aufweisen. Der Schnabel ist an seiner Basis gelblichgrau, die Iris ist gelb. Im Ruhekleid ähneln die männlichen Kappensägern den Weibchen und lassen sich von diesen am einfachsten durch die andere Irisfärbung und dem weißdurchsetzten Brustgefieder unterscheiden. Männchen beginnen ab Juni mit der Mauser und wechseln bereits ab Oktober wieder in ihr Prachtkleid.

Fortpflanzung

Die Balz zwischen Männchen und Weibchen beginnt bereits im Februar in den Winterruhegebieten, kurz bevor die Vögel mit ihrem Zug zu den Brutrevieren beginnen. Es kommt bereits im Winterrevier zu Paarungen. Treffen die Vögel im April im Brutrevier ein, dann intensiviert sich die Balz, wobei dann auch um Nisthöhlen gekämpft wird. Gebalzt wird schon in den Überwinterungsgebieten ab Februar, kurz vor dem Zug in die Brutgebiete. Auch in den Brutgebieten wird noch weiter Gebalzt und ein geeigneter Nistplast erkämpft. Kappensäger sind Höhlenbrüter, die Baumhöhlen als Kinderstube nutzen. Die Baumhöhlen konnen bis zu acht Meter über dem Erdboden liegen. Ein Kappensäger-Gelege besteht aus sechs bis zwölf Eiern, die ca. 30 Tage lang bebrütet werden.

Brut
Kappensäger nutzen zur Brut bevorzugt Baumhöhlen, die bis zu acht Meter über dem Erdboden liegen können. Der Legebeginn ist von den jeweiligen Revierbedingungen abhängig. Im südlichsten Verbreitungsgebiet beginnen die Enten bereits ab Ende April zu legen. Im nördlichen Verbreitungsgebiet geschieht dies noch im Juni. Das Gelege besteht aus sechs bis 12 rundlichen, glänzend weißen Eiern. Sie werden etwa 30 Tage lang bebrütet.

Die Küken
Die Küken werden durch das Weibchen betreut, die sich mit ihnen überwiegend im flachen Wasserbereich entlang des äußeren Vegetationssaumes aufhält. Das Dunenkleid der Küken ist dunkelbraun und weist einen hellen Kehlfleck auf. Im Jugendkleid ähneln die Jungvögel dem Weibchen, wobei bei ihnen jedoch die Holle deutlich kürzer ist. Flugfähig sind die Jungvögel nach etwa 70 Tagen. Sie werden dann vom Weibchen verlassen, die such zur Mauser auf die größeren Wasserflächen zurückzieht. Ihre Geschlechtsreife erreichen junge Kappensäger mit etwa zwei Jahren. Die männlichen Vögel zeigen erst ab dem dritten Lebensjahr ein voll entwickeltes Brut- oder Prachtkleid.

Kappensäger fressen überwiegend kleine Fischchen, Kleinkrebse und während der Sommermonate auch Wasserinsekten. Sie erbeuten diese, indem sie unter Wasser tauchen. Kappensäger fressen außerdem im geringen Umfang auch Wasserpflanzen.

Der Kappensäger als Ziergeflügel
Kappensäger werden erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit als Ziergeflügel gehalten. Die ersten Zuchten erfolgten in den USA erst in den 1950erJahren. Von dort aus wurden Vögel an den britischen Wildfowl Trust gegeben, die ersten Zuchterfolge in Deutschland erfolgten erst in den 1970er Jahren. Kappensäger mittlerweile verhältnismäßig häufig in europäischen Zoos gehalten und wird auch von privaten Ziergeflügelhaltern häufig gepflegt, da diese Art als einfacher zu halten gilt als die übrigen Säger-Arten.

Einzelnachweise
↑ Hans-Günther Bauer, Einhard Bezzel und Wolfgang Fiedler (Hrsg): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas: Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz. Band 1: Nonpasseriformes – Nichtsperlingsvögel, Aula-Verlag Wiebelsheim, Wiesbaden 2005, ISBN 3-89104-647-2, S. 141
Literatur
T. Bartlett, Ducks And Geese – A Guide To Management, The Crowood Press, 2002, ISBN 1-85223-650-7
Hartmut Kolbe; Die Entenvögel der Welt, Ulmer Verlag 1999, ISBN 3-8001-7442-1
Weblinks
Lophodytes cucullatus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: BirdLife International, 2008. Abgerufen am 30. Januar 2009
https://www.biologie-seite.de/Biologie/Kappens%C3%A4ger Eingestellt von: Elke Brademann 2022 Abgerufen am 07.06.2022

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Sie brüten in Baumhöhlen, die sich bis zu 8 Meter über dem Boden befinden. So ein Brutplatz ist selten, weswegen die Vögel während der Paarungszeit häufig um ihr Revier kämpfen. Sie müssen sich die Nistplätze außerdem mit anderen Arten wie der Brautente, der Schellente, oder dem Gänsesäger teilen. In das Nest legt das Weibchen 6 bis 12 weiße Eier ab, die es etwa einen Monat lang ausbrütet. Danach kümmert es sich eigenständig um den Nachwuchs.

Am liebsten essen Kappensäger kleine Fische, Kleinkrebse und Wasserinsekten. Um an die Nahrung zu gelangen, dümpeln und tauchen sie unter der Wasseroberfläche. Wasserpflanzen stehen nur selten auf der Speisekarte. Wenn ihr wissen wollt, wie der Kappensäger unter Wasser etwas sieht, findet ihr Antworten auf unserem Blog zur Sehkraft von Wasservögeln.

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